Der Obel blödelt auch übers Krümelmonster

Der Obel blödelt auch übers Krümelmonster
Andreas Obering vor nur 45 Zuschauern
Versmold (GG). Er schwelgt in der Nostalgie wie der Genießer im Whiskyduft. Er ist jung und bereit, sich auf Ostwestfalen einzulassen. Und er weiß was er tut, denn Obel kommt selber aus Hamm. Der Comedian mit Mut zur Hässlichkeit und mit Handpuppenfaibel war am Freitag im Haus Kavenstroth in Versmold zu erleben.
Im Kinofilm »Das Wunder von Bern« mimte Andreas Obering den legendäre Radioreporter Herbert Zimmermann, auf der Begegnungsstättenbühne spielte er 45 Zuschauern die Bälle der Komik zu. »Alles rund« heißt sein SoloBühnenprogramm, für das er deutlich mehr Besucher verdient hätte. »Ganz Versmold auf den Beinen wie ich sehe« kalauerte Andreas Obering alias Obel gleich zu Beginn und setzt fröhlich singend nach »Das ist ja wie eine Familie hier. Viele alte Gesichter. Leider kenne ich keines davon.«
Der Stimmparodist macht sich, verkleidet mit dicker Hornbrille aus den 80er Jahren, Plastikbecher-Hörgerät und Sabbergebiss nicht nur über Krankenversicherer lustig, indem er statt »Sweet Home Alabama« »Ich bin bei der Barma« trällert. Er lässt auch seiner Trauer nach den Zeiten, als das Krümelmonster noch Kekse futtern durfte, freien Lauf. »Das Krümelmonster darf keine Kekse mehr essen, weil die Amerikaner zu dick werden. Stattdessen muss es Vorbild sein und darf nur noch Gemüse und Obst essen. Da bekomme ich innerlich echt Pickel.«
Dicken Kindern in Deutschland rät der Berufsberater Obel »Wal zu werden, das ist was mit Singen und Tieren«. Außerdem stellte er sich die Frage, wo denn Bibo geblieben sei, in welcher Tonne Oskar nun lebe und warum Grobi ein ADHS-Förderer sei. Mit viel Beifall bedacht wurde auch die Schöpfungsgeschichte aus Sicht eines Frosch, den Obel mit einer Handpuppe darstellte. Auch kleine Pannen, wie ein umgefallender Mikrofonständer und Tücken der Technik, arbeitet der Obel sofort mit ins Programm ein.
Der Parodist, Stand-Up-Komiker und Sänger begeisterte mit einer Mischung aus Humor, Fußballverstand, Gesang und Videoeinspielungen. Viel Beifall erntete er auch für seine Parodien. Ob Peter Maffay, Willy Brandt, Angela Merkel, Gerhard Schröder, Giovanni Trapattoni (»Was isse los mit de Fußball inne Deutschland, warum komme Spieler nicht aus die Mascarpone...äh Quark«) und Boris Becker, der mit schlaffer Zunge Fragen im BBC-Quiz beantwortet: Der Obel konnte sie alle.