Volles Haus, volles Programm, volles Lob

Volles Haus, volles Programm, volles Lob

27.02.2005 • Das hatte echten Kultcharakter: Vier Stunden nonstop begeisterten fünf verschiedene Formationen, moderiert von Obel selbst, die volle Werkstatthalle in seiner Heimatstadt. Das "Obiläum" war ein Riesenerfolg - ein 25-jähriges Bühnenjubiläum ganz nach dem Geschmack des Publikums und des Künstlers natürlich!
Denn trotz des in "seiner" Halle schon fast traditionellen miserablen Winterwetters zogen alle - Besucher und Mitwirkende - am selben Strang, und wenn das wie hier in die selbe Richtung geschieht, kann es ja nur abgehen. Es sollte keine "Das-war-mein-Leben-da-wird-meine-Grundschullehrererin-auf-die-Bühne-gefahren"-Show werden. Mit vierzig wäre das auch wohl zu früh und würde auch gar nicht zum Obel passen. Vielmehr sollte gemeinsam gefeiert und gelacht werden. Darum hatte der Obel zu einem Konzert mit viel Musik und einigen Spitzfindigkeiten geladen.

Ein erstes und zugleich unerwartet leuchtendes Zeichen setzte Obels erste Formation "Gegenlicht" (1981-85), die schon zu Beginn des Abends ein Strahlen in den Augen der Zuschauer wiederspiegeln ließ. Eigens zum Anlass reformiert und kurzfristig durch Bassvirtuose Amaretto verstärkt, rockten Uwe Fechner (voc, git), Wolfgang Fechner (git), Roland Brinkhoff (keyb) und Obel (dr) frisch wie eh und je. Als zur Zugabe Sänger und Trommler die Plätze tauschten und Original-Bassist Michael Knäpper die Bühne enterte, brüllte der Jubilar wie schon in den 80-er Jahren zu The Whos "My Generation" sein Credo heraus: "Ich bin ein Obel!"
Unglaublich, dass nach zwanzig Jahren immer noch so viele "alte" Fans die Deutschrocktexte mitsingen konnten. "Es hätte mit ´Gegenlicht´und ´Dem OBeL´ weitergehen können", meinte ein begeisterter Zuschauer, "aber dann kam ja ´Return´, das war super!"

Stimmt, denn die bekannteste Cover-Band der Region, in der Obel von 1985-87 trommelte, heizte zunächst in der aktuellen Besetzung mit "Relax" und "Roxanne" weiter ein. Dann durfte Obel drei seiner absoluten Cover-Favoriten schlagzeugerisch begleiten. "Mighty Quinn", "Dave Is On The Road Again" und "Smoke On The Water".

Seit nunmehr siebzehn Jahren (1988) besteht die legendäre" Empty Bottle Blues Band", die mit ihrem shuffelnden Rumpelrock immer wieder das mitwippende Publikum in gute Laune zu versetzen weiß. Obel als der einzige Abstinenzler in der Kapelle muss meist fahren, und die Kollegen sehen mitgenommen aus. So können sich auch Titel wie "One Scotch, One Bourbon, One Beer", "Tequila Sheila" oder "All My Rowdy Friends" erklären. Sänger Mike Degenhart hatte sich die silbern glitzernde Tigerjacke übergestreift und gab mit whiskyglasklarer Stimme alles. Als dann noch Backstagesängerinnen Andrea "die Schwatte" Schwarz und Silke Schmiemann aus der Hagener Formation "Halber Liter" (Zufall? Bestimmung?) hinzukamen, war das Bild abgerundet.

Doch nicht nur Erfolgreiches aus der Vergangenheit sollte an diesem Abend gezeigt werden. Mit "Art of Mouth & OBeL" trat eine Formation auf, die deutschlandweit einzigartig ist. Beat Box meats Comedy. Die Herren Lutz Schwarz und Peter Wehrmann aus Braunschweig sowie Obel zeigten Ausschnitte aus ihrem Programm "Drei Mann in einem Beat", mit dem sie im Sommer gemeinsam touren werden. Wie schrieb die Presse? "Völlig ohne Instrumente und nur mit ihren Stimmen bot das Trio eine fast übermenschliche Show aus Techno, Blues und Soul - Augen zu, man glaubt es nicht."

Selbstverständlich konnte es sich der Obel nicht nehmen lassen, auch überregionale Größen einzuladen, die auch zwischendurch gern kamen. Grußworte des Kanzlers ("Schöne Veranstaltung heute! Die Leute können ja auch nicht immer nur von der Hand in den Mund leben; ich denk auch, so langsam ist der Unterarm dran.") und eine Grundsatzrede Edmund Stoibers im stimmungsvollen Duett mit der CSU-CDU-Fraktionsvorsitzenden Frau Dr. Merkel zeigten, wie weltmännisch Obel Obering in den letzten Jahrzehnten seiner Bühnentätlichkeit werden konnte. Auch seine eigene Mutter erschien (an jenem Abend zweimal, nämlich virtuell auf der Leinwand und real im Publikum, was den Komiker sichtlich irritierte), um Gedanken aus Kindheit und Gegenwart schweifen zu lassen. Da fühlten sich einige an ihre werte Mama erinnert.

Und als dann zum Finale gegen Mitternacht alle noch einmal auf die Bühne kamen, um die "Stadthymne" "Hamm, Sweet Hamm" und die Spezialversion von Van Halens "Jump" zu zelebrieren, neigte sich ein schöner, langer Abend dem Ende zu.

Dafür kann man sich nur bedanken, und das will der Obel selbstverständlich auch gern tun.

Also. Danke!

Im Großen bei den Millionen (oh, Mann!) Zuschauern, die mir im letzten Vierteljahrhundert (ogottogott!!!) ihr Gehör und ihre Aufmerksamkeit schenkten und im Gegenzug jede Menge Applaus und überwiegend positive Kritik spendeten.

Im Mittleren bei all den Mitarbeitern, Mitkünstlern und weiteren Mitmenschen, auf die ich mich in teils seltsamsten Situationen doch verlassen konnte und musste.

Und im Einzelnen für diesen wundervollen Abend bei den Kolleginnen und Kollegen Uwe Fechner, Wolfgang Fechner, Roland Brinkhoff, Amaretto, Michael Knäpper, Werner "Otis" Reddig, Jürgen Vogel, Matthias Grote, Detlev "Jackie" Biermann, Wolfgang Kobiella, Mike Degenhart, Uli Holesch, Mike Klemme, Andrea "Die Schwatte" Schwarz, Silke Schmiemann, Peter Wehrmann, Lutz Schwarz, Reinhard "Sloopy" Bialas, Jörg Klotzbach, Benny Bernschütz, Tim Grote, Jörg "The Brain" Stiepermann, Achim, Nicole Kruse, Uwe Kisker, Manfred Simsch und dem Team von Sport Live Dortmund, David Grote, den Aufbauhelfern, Alex Schapals, Jörg Rogalla, Jörg Richter und dem Team des Maximilianparks Hamm, den Präsentatoren Kulturrevier Radbod e.V. und Radio Lippe - Welle Hamm, den Sponsoren Stadtwerke Hamm und HeLi NET, die den gerade Vater gewordenen Martin Köster absandten (!!!), Julia Köster, die das mitmachte, Andreas Tiggemann, Gisbert Sander, Michael Imberg, Martin Birker, Uwe Sauerland, dann Delle Quast, Thomas Demmer und Va (auch wenn Ihr nicht da sein konntet), jeweils Andi und Sandi, Marion und Uwe, Moni und Wolfgang, Antje und Toni für die Wahnsinnsgeschenke, Pia Westermann für die Unterhose (gewaschen), der realen Mutter für die lecker Donauwelle und ganz zum Schluss bei der Kleinfamilie, die ich über alles liebe.

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